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Achtsamkeit in der Psychotherapie - Warum?


Was verstehen wir unter Achtsamkeit in der Psychotherapie?

"Achtsamkeit ist eine dem Menschen innewohnende Fähigkeit des Bewusstseins, sich selbst und seine Umgebung im gegenwärtigen Moment wahrzunehmen." (SELBST-geführte Psychotherapie, U. Sonnenborn, S. 25)


Es geht darum, die momentanen Gedanken, Gefühle, die Stimmung oder Situation anzunehmen, ohne diese zu bewerten.

Das führt dazu, dass wir nicht in einen Strudel geraten, der uns - gerade wenn es um Schmerzen, Trauer, Wut, Aggression geht - immer weiter nach unten zieht.

Können wir dem Hier und Jetzt mit all´ seinen tollen, aber auch schmerzhaften Momenten achtsam begegnen, nehmen wir mehr von uns und unserem Körper wahr. Wir beginnen uns (wieder) zu spüren. Wir beginnen unsere Gedanken mehr kennenzulernen. Wir beginnen zu lernen, dass es nur Gedanken sind! Und wir können entdecken, dass wir nicht alleine mit dem Leid sind, sondern dass es noch viele andere Menschen mit den gleichen Schwierigkeiten gibt.

Achtsamkeit bringt auch den Vorteil, dass wir zu Beobachtern des Geschehens werden. Oft haben wir dann die Möglichkeit, die Situation "von außen" zu beobachten, was zu einer Pause zwischen Reiz und Reaktion führt. Hierdurch erfolgt nicht direkt eine Handlung, sondern ein kurzer "Check", was gerade wirklich die Herausforderung/das Bedürfnis ist.


Ich nutze die achtsame Psychotherapie als Grundlage für mein therapeutisches und beraterisches Handeln. Achtsames Zuhören und achtsames Reden sowie die achtsame Beobachtung des Klienten oder der Klientin kann mir Hinweise geben, auf bestimmte Punkte näher einzugehen. Selbstverständlich achte ich auch auf meine Gedanken und (körperlichen) Wahrnehmungen und bringe diese eventuell in das Gespräch mit ein.


Durch diese Haltung erlernt der Klient oder die Klientin fast nebenbei, wie es ist, sich wieder zu spüren oder langsam wieder die Bedürfnisse zu erkennen, die meist sehr lange unterdrückt wurden.


Wenn ich achtsame Psychotherapie in Anspruch nehme, wird es mir immer gut gehen und ich werde entspannt sein. Oder?

Das ist zum einen richtig. Wenn Sie eine gewisse Zeit mit Achtsamkeit verbringen (das muss keine Psychotherapie sein), und regelmäßig Achtsamkeit praktizieren, werden Sie merken, dass Sie gelassener mit stressigen oder anstrengenden Situationen umgehen.


Jedoch gibt es auch Tage, an denen Sie das Gefühl haben, dass alles schief läuft. An diesen Tagen sind Sie vielleicht gereizter, müde oder auch traurig. Die Haltung der Achtsamkeit ist dann, diese Stimmung, diese Gedanken und Gefühle anzunehmen und sich zuzugestehen, dass heute ein nicht so guter Tag ist. Dann ist das so.













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